Teilhabe in Organisationen
Meine Familie in Deutschland ist meine echte und wahre Familie. Meine Adoptiveltern sind meine Eltern; mit ihnen verbinde ich Liebe, Geborgenheit und die Beziehung zwischen Eltern und Kind. Dafür bin ich dankbar und fühle mich ihnen tief verbunden. Meine brasilianische Herkunft ist eine weitere Seite meiner Lebensgeschichte, die auf diesem familiären Zuhause aufbaut.
Auf dem Foto ist Vielfalt sichtbar. Aber wer hat entschieden, was die Organisation tut? Diese Frage beschäftigt mich. Menschen können präsent sein und trotzdem kaum Einfluss haben.
Wenn eine Person vor allem dafür gebraucht wird, Offenheit darzustellen, entsteht eine Sonderrolle. Manchmal wird das Tokenismus genannt. Entscheidend ist, wie sich diese Rolle im Alltag auswirkt.
Sichtbarkeit ist noch keine Beteiligung
Eine Einladung zum Gruppenfoto kann freundlich sein. Sie ersetzt keinen Zugang zu Entscheidungen. Auch ein einzelnes Podiumsgespräch verändert wenig, wenn danach niemand zuhört.
Fragt deshalb: Wer setzt Themen? Wer verfügt über Ressourcen? Wessen Kritik führt zu einer Veränderung? Die Antworten zeigen, wie viel Beteiligung tatsächlich möglich ist.
Niemand steht für eine ganze Gruppe
Ich spreche aus meiner Perspektive als Schwarzer, blinder und adoptierter Mensch. Ich bin nicht die Stimme aller Menschen mit ähnlichen Erfahrungen.
Organisationen sollten diese Vielfalt innerhalb von Gruppen ernst nehmen. Eine einzige Person kann weder alle Bedürfnisse erklären noch die ganze Verantwortung für Inklusion übernehmen.
Wertschätzung wird konkret
Wer Fachwissen und Erfahrung einbringt, braucht klare Absprachen. Worum geht es? Wie viel Vorbereitung wird erwartet? Welche Unterstützung und welche Vergütung sind vorgesehen?
Auch ein ehrliches Nein gehört dazu. Menschen dürfen eine Anfrage ablehnen, ohne dass ihnen mangelndes Engagement für die Sache vorgeworfen wird.
Eine Frage für euer Team
Stellt euch vor, das nächste Gruppenfoto würde ausfallen. Welche Beteiligung bliebe dann übrig? Wenn die Antwort dünn ist, lohnt sich ein genauerer Blick.
Ich wünsche mir Räume, in denen Menschen mitgestalten und widersprechen dürfen. Sichtbare Vielfalt wird dann glaubwürdig, wenn hinter ihr Beziehungen und Einfluss stehen.
Im Gespräch bleiben
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