Lehrtext für Leitungsteams
Wer bekommt eine Aufgabe, und wem wird vor allem geholfen? Diese Frage sagt viel über eine Gemeinde. Menschen mit Behinderung brauchen Zugang zu Verantwortung, wenn ihre Begabungen und Interessen dort liegen.
Für Leitungsteams bedeutet das, die eigenen Arbeitsweisen zu prüfen. Nicht erst, wenn jemand schon an ihnen scheitert.
Kompetenz zuerst wahrnehmen
Fragt nach Erfahrungen, Interessen und zeitlichen Möglichkeiten. Vermutet nicht aus einer Behinderung heraus, welche Aufgabe jemand übernehmen kann.
Ein blinder Mensch kann beispielsweise ein Gespräch moderieren. Ob dafür Unterlagen oder technische Unterstützung gebraucht werden, lässt sich besprechen. Die Entscheidung sollte sich an der Aufgabe und der Person orientieren.
Unterlagen rechtzeitig zugänglich machen
Versendet die Tagesordnung und entscheidungsrelevante Dokumente so, dass sie gelesen und vorbereitet werden können. Ein abfotografiertes Blatt ist kein verlässlicher Textzugang.
Plant ausreichend Vorlauf ein. Wer Informationen erst während der Sitzung erhält, kann sich oft schlechter beteiligen. Barrieren entstehen auch durch Gewohnheiten, die für die Mehrheit bequem sind.
Sitzungen brauchen verständliche Regeln
Sprecht nacheinander und nennt bei Bedarf euren Namen. Beschreibt, worüber abgestimmt wird. Eine ausschließlich visuelle Handzeichenabfrage kann Menschen ausschließen.
Vereinbart Pausen und realistische Endzeiten. Bietet Möglichkeiten zur Beteiligung, die unterschiedliche Belastbarkeit berücksichtigen. Fragt nach, welche Form gebraucht wird, statt für andere zu entscheiden.
Eine Übung für euer Leitungsteam
Nehmt die letzte Sitzung als Beispiel. Konnten alle die Informationen nutzen? Wer wurde häufig unterbrochen? Welche Entscheidungen fielen schon informell vor dem Treffen?
Wählt eine Gewohnheit aus und verändert sie für die nächsten drei Sitzungen. Holt danach Rückmeldungen ein. Dokumentiert, ob sich Beteiligung verbessert hat.
Inklusion in Leitung wird glaubwürdig, wenn Menschen tatsächlich Einfluss haben. Ein Platz am Tisch ist gut. Die Möglichkeit, dort etwas zu bewegen, gehört dazu.
Im Gespräch bleiben
Teamentwicklung und Brückenbauen
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