Beziehungen über Grenzen
Ein Land verändert seine Bedeutung, wenn dort ein Mensch lebt, den du liebst. Dann stehen hinter einem Ortsnamen Gespräche, Nähe und die Sehnsucht, Alltag miteinander zu teilen.
Für mich ist Mexiko so ein Land geworden. Durch meine Beziehung ist es Teil meines Lebens. Zur Weltmeisterschaft möchte ich deshalb auch über eine Verbindung sprechen, die weit über Fußball hinausgeht.
Von der Landkarte ins eigene Leben
Deutschland und Mexiko liegen weit auseinander. Eine Beziehung lässt diese Entfernung nicht verschwinden. Sie macht aber konkret, was sonst abstrakt bleibt: Zeitunterschiede, gemeinsame Pläne, die Bedeutung einer Nachricht.
Ich lerne dabei auch, wie begrenzt ein Blick von außen sein kann. Wer ein Land nur aus Schlagzeilen kennt, kennt noch nicht den Alltag der Menschen, die dort leben.
Zuhören verändert mehr als ein Klischee
Nähe beginnt für mich damit, nicht sofort zu erklären, wie ein Land angeblich funktioniert. Ich möchte verstehen, welche Erfahrungen mein Gegenüber macht und welche Wörter dafür passen.
Auch eine persönliche Beziehung macht mich nicht zum Sprecher für ganz Mexiko. Sie gibt mir einen Zugang. Zugleich erinnert sie mich daran, dass jedes Land viele Geschichten hat.
Was das mit Inklusion zu tun hat
Inklusion braucht diese Bereitschaft ebenfalls: Menschen selbst erzählen lassen und die eigene erste Vorstellung nicht für die ganze Wirklichkeit halten. Das gilt für Herkunft genauso wie für Blindheit oder Behinderung.
In einer Gemeinde kann das sehr praktisch werden. Wenn jemand eine andere Erstsprache mitbringt, fragt nach gewünschten Übersetzungen. Wenn ein internationaler Abend geplant wird, vereinbart Beiträge gemeinsam. Macht aus Menschen keine Dekoration für ein buntes Programm.
Verbunden sein heißt weiterlernen
Für mich gehört zum Brückenbauen, mich korrigieren zu lassen und neue Fragen zu stellen. Eine Brücke entsteht nicht schon dadurch, dass ich sie im Kopf für fertig erkläre.
Ich freue mich über alles, was meine Verbindung zu Mexiko wachsen lässt. Vor allem aber bin ich dankbar für den Menschen, durch den dieses Land für mich eine so persönliche Bedeutung bekommen hat.
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