Interkulturelle Perspektiven
In Brasilien geboren, als Adoptivkind in Deutschland aufgewachsen und mit Mexiko verbunden, kenne ich die Frage nach Zugehörigkeit aus meiner eigenen Lebensgeschichte. Dieses Angebot verbindet Herkunft, Sprache, Glauben und Rassismuserfahrungen mit der Frage, wie Gemeinschaften Verantwortung teilen. Wir nehmen unterschiedliche Erfahrungen ernst und arbeiten daran, Zuschreibungen zu erkennen und konkrete Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Rassismus ernst nehmen und Begegnung ermöglichen
Meine afrobrasilianische Herkunft und meine Erfahrungen als Schwarzer Mensch prägen meinen Einsatz gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Wir können darüber sprechen, wie Zuschreibungen Zugehörigkeit beeinflussen, wie unterschiedliche Diskriminierungsformen zusammenwirken und welche Verantwortung Schulen, Vereine, Einrichtungen und Gemeinschaften übernehmen können.
Interkulturelle Begegnung bedeutet für mich ebenso Offenheit zwischen Religionen und Weltanschauungen. Alle Beteiligten bringen Wissen über ihre eigene Lebenswelt ein. Ich begleite diesen Austausch auf Augenhöhe, mit Respekt für unterschiedliche Erfahrungen und eigener Bereitschaft zum Perspektivwechsel. Gleichberechtigung unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht und sexueller Orientierung ist dabei ein klarer Maßstab.
Meine Haltung & Grundwerte kennenlernen
Was ihr mit mir gestalten könnt
Die folgenden Vorschläge geben euch konkrete Anhaltspunkte. Jeder Titel ist ein möglicher Einstieg. Inhalt, Dauer, Sprache, Beteiligung und Tiefe passen wir gemeinsam an eure Menschen und euren Anlass an. Ihr könnt auch mit einer offenen Frage anfragen; ihr müsst kein fertiges Konzept mitbringen.
Zwölf mögliche Themen und Anlässe
Heimat hat mehr als einen Ort
Für VHS und Kulturorte · Anlass: Interkultureller Gesprächsabend. Brasilien, Deutschland und meine Verbindung zu Mexiko eröffnen Fragen nach mehreren Heimatbezügen. Selbstbeschreibung erhält Vorrang vor der Erwartung eindeutiger Herkunft.
Mögliche Beteiligung: Eine Frage zu Heimat formulieren die mehrere Antworten zulässt. Was daraus entstehen kann: Ein respektvoller Gesprächszugang.
Rassismus hören und Verantwortung übernehmen
Für Schulen und Einrichtungen · Anlass: Projekttag. Diskriminierungserfahrungen werden ernst genommen. Die Gruppe arbeitet an fiktiven Situationen und fragt, welche Handlungen die Verantwortung der Umgebung zeigen.
Mögliche Beteiligung: Eine abwertende Szene und konkrete unterstützende Antworten bearbeiten. Was daraus entstehen kann: Eine begründete Handlungsvereinbarung.
Internationale Gemeinde mit geteilter Verantwortung
Für Gemeinden · Anlass: Gemeindeentwicklungswerkstatt. Vielfalt soll Einfluss auf Liturgie, Leitung und Entscheidungen erhalten. Die Gruppe prüft, wer bisher vor allem Kultur präsentiert und wer tatsächlich mitentscheidet.
Mögliche Beteiligung: Eine Gemeindeveranstaltung nach Sprache und Entscheidungsspielraum betrachten. Was daraus entstehen kann: Ein Beteiligungsschritt mit klarer Zuständigkeit.
Wer muss seine Herkunft erklären
Für Jugendgruppen und Bildung · Anlass: Identitätsworkshop. Fiktive Gesprächsszenen machen sichtbar, wie Fragen Menschen festlegen können. Persönliche Zugehörigkeit wird als selbstbestimmte Beschreibung behandelt.
Mögliche Beteiligung: Eine Frage nach wirklicher Herkunft in einen offenen Gesprächszugang umformulieren. Was daraus entstehen kann: Eine respektvolle Fragepraxis.
Schwarze Theologie und Zugehörigkeit
Für Kirchliche Erwachsenenbildung · Anlass: Theologischer Abend. Das Format eröffnet aus meiner Perspektive Fragen nach theologischer Stimme, Würde und rassistischen Machtverhältnissen. Es wird als begrenzter Zugang und nicht als vollständige Fachausbildung gestaltet.
Mögliche Beteiligung: Eine Darstellung kirchlicher Autorität nach Stimme und Einfluss befragen. Was daraus entstehen kann: Fragen an theologische Verantwortung.
Sprache kann Türen öffnen
Für Partnerschaftsgruppen und Teams · Anlass: Mehrsprachige Begegnung. Wir betrachten, welche Informationen und Mitwirkungsmöglichkeiten sprachlich erreichbar sind. Deutsch, Portugiesisch und Englisch sind nach Anlass möglich; Spanisch ist noch kein verlässlich zugesagter Arbeitssprachenrahmen.
Mögliche Beteiligung: Eine Information und ihren Rückfrageweg sprachlich verständlich gestalten. Was daraus entstehen kann: Ein klarer sprachlicher Zugang.
Partnerschaft auf Augenhöhe
Für Kirchliche Partnerschaftsgruppen · Anlass: Vorbereitung einer Begegnung. Die Gruppe klärt Rollen, gemeinsame Themen und Entscheidungsrechte. Einseitige Erwartungen an Kulturvermittlung werden erkannt und durch gegenseitige Interessen ersetzt.
Mögliche Beteiligung: Eine Begegnungsplanung auf wechselseitige Fragen und Verantwortung prüfen. Was daraus entstehen kann: Ein gleichberechtigterer Projektplan.
Mehrere Zuschreibungen wirken zugleich
Für Hochschulen und Bildung · Anlass: Seminar oder Fachtag. Hautfarbe, Behinderung und Adoption können sich in der Erfahrung von Ausschluss überschneiden. Die Arbeit bleibt bei konkreten Situationen statt Menschen auf Kategorien zu reduzieren.
Mögliche Beteiligung: Eine fiktive Szene nach mehreren gleichzeitig wirksamen Erwartungen untersuchen. Was daraus entstehen kann: Ein differenzierter Blick auf Ausgrenzung.
Willkommen in der Schule und im Alltag
Für Schulen und Jugendbildung · Anlass: Projektwoche. Die Gruppe entwickelt Umgangsweisen, die Unterschiede würdigen und selbstbestimmte Teilnahme ermöglichen. Pädagogische Begleitung und Nachbereitung werden vorher geklärt.
Mögliche Beteiligung: Eine gemeinsame Klassenaktivität auf Sprache, Rollen und freiwillige Teilnahme beziehen. Was daraus entstehen kann: Eine konkrete Gruppenvereinbarung.
Ein Verein öffnet seine Kultur
Für Vereine und Initiativen · Anlass: Entwicklungstag. Informelle Erwartungen und Rollen beeinflussen, wer sich willkommen fühlt. Ein konkretes Vorhaben wird auf Informationen und Möglichkeiten zur Mitentscheidung betrachtet.
Mögliche Beteiligung: Eine neue Vereinsaufgabe gemeinsam verständlich beschreiben und öffnen. Was daraus entstehen kann: Ein transparenter Zugang zur Mitarbeit.
Religion zwischen Kulturen besprechen
Für Gemeinden und Bildungsgruppen · Anlass: Gesprächsabend. Unterschiedliche Frömmigkeitsformen und Lebensgeschichten werden in einer offenen Frage verbunden. Ein persönlicher Glaube ersetzt keine Erklärung über ganze Kulturen.
Mögliche Beteiligung: Eine fiktive Glaubensäußerung respektvoll befragen ohne ihr einen Kulturstempel zu geben. Was daraus entstehen kann: Ein tragfähiger Gesprächsrahmen.
Erfahrungen ernst nehmen und weiterarbeiten
Für Leitung und Einrichtungen · Anlass: Werkstatt nach Rückmeldungen. Das Format übt, Hinweise auf Rassismus und Ausgrenzung aufzunehmen und konkrete Verantwortung zu benennen. Eine Untersuchung einzelner Vorwürfe ist ein gesonderter Fachauftrag.
Mögliche Beteiligung: Eine Rückmeldung in nächsten Kontakt, konkrete Prüfung und Antwort übersetzen. Was daraus entstehen kann: Ein nachvollziehbarer Bearbeitungsweg.
Wie eine Zusammenarbeit aussehen kann
- Gesprächsvortrag: 60 bis 90 Minuten — Biografischer Zugang und gesellschaftliche Fragen.
- Workshop: 3 Stunden mit Pause — Szenen und institutionelle Praxis bearbeiten.
- Mehrteilige Reihe: 3 Termine nach Vereinbarung — Identität, Rassismus und konkrete Öffnung vertiefen.
Was ihr erwarten könnt
- Ein thematisch abgestimmter Impuls oder Workshop.
- Bearbeitete Szenen und Fragen für die Nachbereitung.
- Ein konkreter Schritt zu respektvoller Kommunikation oder Beteiligung.
Wir klären zuerst eure Leitfrage und den passenden Rahmen. Danach vereinbaren wir, welche Vorbereitung, Materialien, Nachbereitung und Ergebnisse zum konkreten Auftrag gehören. Persönliche Erfahrungen müssen nicht öffentlich erzählt werden; Zuhören und andere zugängliche Beteiligungswege sind möglich.
Das Angebot ist eine Bildungs- und Reflexionsarbeit aus persönlicher und gesellschaftlicher Perspektive. Es ist keine Untersuchung einzelner Diskriminierungsvorwürfe und keine rechtliche Beratung. Bei belastenden Erfahrungen braucht die veranstaltende Einrichtung geeignete Ansprechpersonen.
Flexibel passend zu eurem Anlass
Ihr könnt mich vor Ort im deutschsprachigen Raum oder für ein geeignetes digitales Format anfragen. Mein Lebensmittelpunkt ist Ostfriesland. Formate auf Deutsch, Portugiesisch und Englisch sind je nach Anlass möglich; meine Spanischkenntnisse entwickle ich weiter. Auch Kombinationen mit Vortrag, Musik, Gespräch oder Beratung sind denkbar.
Es gibt keine starre Preisliste. Auch kleine Gemeinden, Schulen und gemeinnützige Initiativen dürfen ihre Idee mitbringen. Honorar, Fahrtkosten und eine eventuell nötige Übernachtung besprechen wir fair und individuell. Eine Anfrage ist zunächst unverbindlich.