Ukulele-Bibliothek · Mein Leben mit der Ukulele

Vier Saiten Hoffnung: Was ich mit der Freude der Ukulele verbinde

Von Johannes Immanuel Schneider · 6 Minuten Lesezeit

Es gibt Instrumente, deren Klang bei mir sofort etwas in Bewegung bringt. Bei der Ukulele ist es diese Verbindung aus Helligkeit, Wärme und Nähe. Ich höre sie und möchte zuhören. Ich nehme sie in die Hand und möchte spielen. Ich denke an ein gemeinsames Lied und daran, wie schön es sein kann, wenn Menschen für einen Moment denselben Rhythmus finden. Deshalb nenne ich sie gern ein hoffnungsfrohes Instrument.

Hoffnung gehört zu meiner Arbeit und zu meinem Glauben. Ich möchte Menschen ermutigen und Räume öffnen, in denen Zugehörigkeit erfahrbar wird. Die Ukulele passt dazu. Sie lässt sich mitnehmen. Sie kann eine Stimme begleiten. Sie kann einer Melodie einen freundlichen Glanz geben. Und sie erinnert mich daran, dass ein kleiner Anfang viel verändern kann.

In diesem Artikel

Meine Freude hat einen konkreten Anfang

Im März 2024 gab mir eine Freundin aus Berlin eine ihrer Ukulelen. Meine Aufgabe war, innerhalb einer halben Stunde vier Akkorde zu lernen. Ich war begeistert und konnte die Aufgabe lösen. Diese Erfahrung steckt bis heute in meiner Beziehung zum Instrument. Ich hatte lange gezögert. Dann war der Anfang plötzlich möglich.

Wenn ich über die Freude der Ukulele schreibe, denke ich deshalb auch an Zutrauen. Meine Freundin machte mir eine Gelegenheit zugänglich. Ich durfte selbst herausfinden, was ich konnte. Aus dem ersten Erfolg wuchs ein eigener Weg. Die Ukulele wurde eine Begleiterin meines Alltags. Sie gehört zu den Dingen, die mich immer wieder zum Weiterlernen einladen.

Ich finde diese Art von Freude besonders schön. Sie entsteht beim Tun. Man entdeckt etwas, das vorher fremd war. Die Hände finden eine Bewegung. Das Ohr erkennt einen Zusammenhang. Ein Akkordwechsel gelingt. Solche kleinen Erfahrungen können erstaunlich viel Mut machen.

Ein freundlicher Klang kann Nähe schaffen

Für mich hat die Ukulele etwas Einladendes. Ihr Klang braucht in einem kleinen Raum nicht viel Abstand. Sie kann Gesang tragen, ohne die Stimme zu verdecken. Sie kann einen Rhythmus anbieten, an den andere anknüpfen. Ich mag diese Möglichkeit, mit wenig Aufwand einen musikalischen Anfang zu gestalten.

Dabei interessiert mich besonders das gemeinsame Musizieren. Ein Mensch spielt, ein anderer singt, jemand hört einfach zu. Aus unterschiedlichen Formen der Beteiligung entsteht ein gemeinsamer Moment. Es muss nicht jeder dieselbe Aufgabe übernehmen. Gerade diese Verschiedenheit macht Musik für mich interessant.

Wenn ich von Gemeinschaft spreche, denke ich deshalb an konkrete Entscheidungen. Ist die Tonart angenehm? Ist der Einsatz verständlich? Gibt es genug Zeit, um einen neuen Refrain kennenzulernen? Kann jemand auch mit einem einfachen Grundschlag mitmachen? Freude bekommt Raum, wenn solche Fragen mitgedacht werden.

Aloha als Einladung zu einem aufmerksamen Miteinander

Mit der Ukulele verbinde ich auch Aloha. Mich sprechen daran Freundlichkeit, Geduld, Verbundenheit und Gastfreundschaft an. Diese Werte bekommen für mich beim Musizieren eine sehr praktische Bedeutung. Ich möchte einem Menschen so begegnen, dass er sich willkommen fühlt. Ich möchte zuhören, statt nur den eigenen Part im Kopf zu haben. Und ich möchte anderen Zeit lassen, ihren Zugang zu finden.

Aloha hat seine Wurzeln in Hawaiʻi. Wer das Wort verwendet, begegnet einer lebendigen Sprache und Kultur. In meinem Grundlagenartikel über Aloha geht es ausführlicher darum. Hier spreche ich von dem, was mich persönlich daran berührt: eine Haltung, in der ein anderer Mensch mit seiner Gegenwart zählt.

Ich wünsche mir, dass diese Haltung auch in unseren musikalischen Räumen spürbar wird. Wer schon lange spielt, kann den Anfang für andere leichter machen. Wer eine Gruppe leitet, kann verständlich ansagen. Wer zuhört, kann einem noch unsicheren Musiker Aufmerksamkeit schenken. Freundlichkeit wird auf diese Weise hörbar.

Hoffnung darf einen Rhythmus haben

In meinem Glauben ist Hoffnung etwas, das mit dem Leben zu tun hat. Sie zeigt sich auch darin, dass Menschen einander begleiten und eine Zukunft miteinander suchen. Musik gibt mir eine Sprache dafür. Ein Lied kann einen Gedanken tragen, den man allein vielleicht noch nicht so gut aussprechen kann. Ein Refrain kann gemeinsam gesungen werden und dadurch eine besondere Kraft bekommen.

Die Ukulele bringt dafür eine Klangfarbe mit, die ich liebe. Sie kann leicht klingen, ohne beliebig zu werden. Sie kann eine ruhige Begleitung spielen und eine Stimme nach vorn lassen. Sie kann Bewegung in einen Raum bringen. Diese Vielseitigkeit möchte ich weiter erkunden und mit anderen teilen.

Für Tropical Worship ist das ein wichtiger Gedanke. Ich möchte Musik gestalten, in der Hoffnung, brasilianische Klangfarben, Küstenweite und gemeinsames Singen zusammenfinden. Die Ukulele ist dafür mein vertrauter Ausgangspunkt. Von ihr aus kann ich musikalisch weitergehen.

Musik mitnehmen, Begegnungen ermöglichen

An einem tragbaren Instrument gefällt mir, dass es Teil des Lebens werden kann. Eine Ukulele muss nicht an einem einzigen Ort bleiben. Man kann sie zu einer Begegnung mitnehmen, in einen kleinen Gottesdienst oder zu einem gemeinsamen Nachmittag. Musik rückt dadurch näher an den Alltag.

Ich stelle mir dabei Räume vor, in denen Menschen miteinander ins Gespräch kommen und ein Lied seinen Platz bekommt. Vielleicht am Anfang, um gemeinsam anzukommen. Vielleicht zwischendurch, wenn Worte eine Pause brauchen. Vielleicht am Ende, wenn ein Gedanke nachklingen soll. Die Ukulele kann solche Übergänge gestalten.

Diese Möglichkeiten begeistern mich. Ich möchte sie musikalisch gut vorbereiten und zugleich die Offenheit bewahren, die ich am Instrument liebe. Ein gemeinsames Lied lebt von Aufmerksamkeit. Es braucht Menschen, die einander hören und aufeinander reagieren.

Was ich weitergeben möchte

Mit meiner Ukulele möchte ich etwas von der Freude teilen, die ich selbst an ihr habe. Ich möchte zeigen, wie viel in diesem Instrument steckt. Ich möchte Menschen zum Spielen ermutigen und dazu beitragen, dass die Ukulele in Kirche und Gesellschaft einen selbstverständlichen Platz bekommt.

Vielleicht ist mein wichtigster Ausgangspunkt ganz einfach: Ich spiele sie gern. Diese Begeisterung trägt meine Beschäftigung mit Technik, Geschichte und Klang. Sie trägt auch diese Bibliothek. Das Wissen soll dir helfen, näher an die Musik heranzukommen. Die persönlichen Texte sollen zeigen, warum mir das so viel bedeutet.

Wenn du nach dem Lesen Lust bekommst, eine Ukulele in die Hand zu nehmen, freue ich mich. Wenn du dein Instrument wieder hervorholst, freue ich mich ebenso. Und wenn du mit anderen zusammen ein Lied beginnst, entsteht vielleicht genau das, was ich mit vier Saiten Hoffnung verbinde: ein kleiner, hörbarer Anfang von Gemeinschaft.

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