Kommentar zu Inklusion und Demokratie
Wenn über die AfD gesprochen wird, höre ich oft eine Debatte über Taktik. Wer gewinnt? Wer verliert? Wer kann mit wem? Mich beschäftigt zuerst eine andere Frage: Was bedeutet diese Politik für die Menschen, die von Ausgrenzung betroffen sind?
Ich bin Schwarz, blind, in Brasilien geboren und in Deutschland aufgewachsen. Deshalb kann ich politische Vorstellungen von Zugehörigkeit und Teilhabe nicht von meinem eigenen Leben trennen.
Am 6. September steht viel zur Entscheidung
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt findet am 6. September 2026 statt. Landespolitik prägt Schulen und damit die Bedingungen, unter denen Kinder gemeinsam lernen können.
Im Grundsatzprogramm stellt die AfD schulische Inklusion unter einen Ideologievorbehalt und setzt auf den Erhalt von Sonderstrukturen. Diese Ausrichtung bewerte ich als behindertenfeindlich: Sie stärkt aus meiner Sicht einen Blick, der Trennung zu schnell als Antwort nimmt.
Warum mich das unmittelbar angeht
Wenn Menschen darüber diskutieren, wie viel Gemeinsamkeit Menschen mit Behinderung zugestanden werden soll, betrifft das mein Verständnis von Gleichberechtigung. Meine Teilhabe ist keine freundliche Zugabe.
Auch ein kulturell eng gefasstes Bild von Deutschland trifft Menschen wie mich. Ich möchte meine Zugehörigkeit nicht immer neu gegen Vorstellungen verteidigen müssen, in denen Hautfarbe oder Herkunft über Anerkennung entscheiden.
Kirche muss Menschen im Blick behalten
Für mich führt der christliche Glaube zu einer klaren Haltung: Menschenwürde gilt ohne Vorleistung. Gemeinden sollten hören, was bedrohte oder ausgegrenzte Menschen selbst sagen.
Das kann konkret bedeuten, Diskriminierung im eigenen Umfeld zu widersprechen und politische Programme an ihren Folgen für Menschen zu prüfen. Ein freundlicher Ton allein macht eine ausgrenzende Forderung nicht menschenfreundlich.
Hoffnung braucht unsere Beteiligung
Ich wünsche mir eine Gesellschaft, die Lösungen sucht und dabei niemanden aus der gemeinsamen Verantwortung entlässt. Dafür lohnt es sich, informiert zu bleiben, demokratisch mitzuwirken und verlässlich füreinander einzustehen.
Meine Hoffnung ist keine Gleichgültigkeit. Sie ist ein Grund, mich einzumischen.
Quellen und weiterführende Informationen
Landeswahlleitung Sachsen-Anhalt: Wahlergebnis 2026
Im Gespräch bleiben
Zum Weiterlesen
AfD und Inklusion: Warum getrennte Wege für mich keine Zukunftsvision sind
Christlicher Glaube und AfD: Warum Nächstenliebe meine politische Haltung prägt