Theologischer Kommentar
Wenn eine Partei von christlicher Kultur spricht, frage ich nach dem Menschen, der vor ihrer Tür steht. Wird er geschützt? Wird sie gehört? Haben auch die Menschen Platz, die nicht in ein enges Bild von Herkunft und Normalität passen?
Mein christlicher Glaube ist ein Grund, warum ich die AfD ablehne. Das ist eine persönliche Position mit gesellschaftlichen Folgen.
Nächstenliebe wird an Menschen konkret
In der Erzählung vom barmherzigen Samariter richtet Jesus den Blick auf das Handeln gegenüber einem verletzten Menschen. Für mich liegt darin eine starke Frage: Werde ich dem anderen zum Nächsten?
Diese Frage schützt mich nicht vor schwierigen politischen Entscheidungen. Sie gibt mir einen Maßstab, an dem ich Forderungen prüfen möchte.
Christliche Begriffe reichen nicht aus
Die Deutsche Bischofskonferenz hat 2024 völkischen Nationalismus als unvereinbar mit dem christlichen Menschenbild bezeichnet. Ich teile die Überzeugung, dass Menschenwürde nicht von ethnischer Zugehörigkeit abhängen darf.
Eine Politik kann sich auf christliche Tradition berufen und trotzdem Menschen abwerten. Deshalb höre ich nicht nur auf die Selbstbeschreibung. Ich schaue auf Inhalte und Folgen.
Gemeinden brauchen eine erkennbare Haltung
Das beginnt bei den eigenen Gesprächen. Wenn rassistische oder behindertenfeindliche Aussagen fallen, braucht es eine Antwort. Betroffene sollten nicht allein zuständig sein, die Würde aller zu verteidigen.
Eine klare Grenze kann ruhig ausgesprochen werden: „Diese Aussage wertet Menschen ab. Dafür geben wir hier keinen Raum.“ Anschließend lässt sich über konkrete Sorgen und Probleme sprechen, ohne die Abwertung zu übernehmen.
Hoffnung führt zum Handeln
Ich möchte eine Kirche, die Menschen ermutigt, Verantwortung zu tragen. Die Schutz anbietet und sich selbst korrigieren lässt. Die ihre Sprache von Liebe mit einem verlässlichen Alltag verbindet.
Dafür werde ich mich weiter einsetzen. Mein Glaube lässt mich darauf hoffen, dass Veränderung möglich bleibt. Und er lässt mich mit dem anfangen, was heute in meiner Hand liegt.
Quellen und weiterführende Informationen
Deutsche Bischofskonferenz: Erklärung zum völkischen Nationalismus
Im Gespräch bleiben
Predigten und theologische Impulse
Zum Weiterlesen
Blindheit ist kein Glaubensmangel: Wie wir über Heilung sprechen
Rassismus im Gemeindecafé: Was ihr nach einem abwertenden Satz tun könnt