Kommentar nach der Landtagswahl
Die AfD ist bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern stärkste Kraft geworden. Das erschüttert mich. Als Schwarzer, blinder Mensch höre ich in solchen Ergebnissen auch die Frage, welchen Platz Menschen wie ich künftig selbstverständlich haben sollen.
Meine Antwort darauf ist klar: Ich werde weiter für eine offene Gesellschaft arbeiten. Mit Sorge, mit Haltung und mit Hoffnung.
Was das Ergebnis bedeutet
Bei der Wahl am 20. September 2026 erreicht die AfD 38,2 Prozent der Zweitstimmen und 32 von 71 Sitzen. Die SPD erhält 35,5 Prozent. Die AfD ist stärkste Partei, verfügt aber nicht über eine eigene Mehrheit der Sitze.
Diese Zahlen beschreiben politische Machtverhältnisse. Sie entscheiden nicht darüber, wie viel Würde oder Zugehörigkeit ein Mensch hat.
Erschütterung braucht Raum
Ich möchte dieses Ergebnis nicht mit einer schnellen Ermutigung übergehen. Wer wegen rassistischer oder behindertenfeindlicher Politik Angst hat, darf das aussprechen.
In Gemeinden sollte dafür Platz sein. Hört zu, ohne Menschen vorschnell zu beruhigen. Fragt, was ihnen Sicherheit geben würde. Vielleicht eine klare Haltung der Leitung, ein verlässlicher Kontakt oder Unterstützung nach einer konkreten Anfeindung.
Weitermachen wird praktisch
Ein offenes Gemeindecafé, eine zugängliche Veranstaltung und ein Team, das bei Diskriminierung handelt, verändern nicht das ganze Land. Sie verändern aber den Alltag von Menschen.
Verbindet diese Arbeit mit demokratischer Beteiligung. Informiert euch, unterstützt zivilgesellschaftliches Engagement und prüft politische Entscheidungen an ihren Folgen für Teilhabe.
Meine Hoffnung bleibt eine Aufgabe
Ich glaube daran, dass Menschen lernen und Beziehungen etwas verändern können. Mein Glaube ermutigt mich, mich nicht aus der gemeinsamen Verantwortung zurückzuziehen.
Wir machen weiter. Nicht irgendwann, wenn die Stimmung günstiger ist. Wir können heute anfangen, einem Menschen zuzuhören, eine Barriere abzubauen und deutlich zu sagen: Du gehörst dazu.
Quellen und weiterführende Informationen
Bundeswahlleiterin: Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern 2026
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